Unser Beitrag

Unser erklärtes Ziel ist es, die Praxis zukunftsorientiert und damit nachhaltig zu führen. Mir wurde irgendwann klar, dass der Wechsel zu einer anderen Welt von unten kommen wird, also von uns. Es wird diesen Wandel geben, wenn wir in unseren Familien, Unternehmen, Praxen, etc. anfangen zu begreifen, wie mächtig wir sind.

Diese Macht drückt sich dann aus, wenn wir unser Geld nur noch dort ausgeben, wo auch etwas Gutes daraus entstehen kann. Die Umsetzung dieses Vorsatzes war für mich in der Praxis ganz schön herausfordernd und ist auch nicht immer gelungen.

Ich fasse hier kurz zusammen, welche Wege wir in der Praxis eingeführt haben, um nachhaltiger zu wirtschaften. Vielleicht ist für Sie die eine oder andere Anregung dabei:

Wir benutzen die Suchmaschine „Ecosia“, eine geniale Erfindung. Bitte machen Sie mit und lesen Sie sich über dieses Unternehmen ein, um unseren Planeten zu begrünen. Es lohnt sich. Mit jedem Suchauftrag wird Geld für das Pflanzen von Bäumen generiert. Das Unternehmen ist transparent und Sie können gut nachvollziehen, wo „Ihre“ Bäume gepflanzt werden.

Wir verwenden Öko-Druckerpapier und recyceltes Toilettenpapier. Nach wie vor drucken wir zu viele E-Mails aus, das müssen wir noch ändern. Ihre Terminerinnerungen und Rechnungen erhalten Sie per E-Mail, außer jemand legt Wert auf eine Rechnung per Post. Viele Versicherungen akzeptieren die elektronischen Rechnungen, also können Sie die Rechnungen einfach an die Versicherung per E-Mail weiterleiten, ohne die Rechnung auszudrucken.

In der Praxis liegen zum Leidwesen mancher Menschen (ja, ich lese auch manchmal gerne die „Brigitte“) nur Fachzeitschriften über Osteopathie und die Zeitschrift „Enorm“ aus. „Enorm“ ist eine großartige Plattform um sich über die positiven Errungenschaften in Deutschland und der Welt, bezogen auf Nachhaltigkeit und vernünftiges Wirtschaften, zu informieren. Ich lege auch immer wieder Bücher in den Warteraum, die mir den Blick geweitet haben, manche in ökologischer und andere in emotionaler Hinsicht. Nach Rücksprache können die Bücher auch ausgeliehen werden. 

 

Wir bitten unsere Patienten immer eigene Handtücher mitzubringen. Sie können Ihre Handtücher zu Hause ohne waschen wiederverwenden, wir müssen diese sofort, nach einmaligem Gebrauch waschen. Das führt zu Wäschebergen, die wir dann wenigstens mit ökologischem Waschmittel z.B. von „Sonett“ waschen. Die neuen Handtücher habe ich von „Hessnatur“ gekauft. Diese sind auch nach vielen Wäschen noch wirklich richtig kuschelig. „Hessnatur“ zeichnet sich durch eine sehr gute, nachhaltige Textilqualität aus und ist auch für Kinderbekleidung unschlagbar.

 

Eine langwierigere Entscheidung als die, welches Waschmittel ich kaufen soll, war die Entscheidung zum Bankwechsel. Es gibt mittlerweile richtig gute ökologische und ethisch einwandfreie Banken. Ich habe mich für ein Geschäftskonto bei der Ethikbank entschieden. Die monatlichen Kosten sind, wie übrigens auch die für das Waschmittel, nicht unerheblich, aber die finanzierten Projekte sind toll. Kredite werden nur an passende Unternehmen vergeben, auch hier bitte ich Sie, sich bei Interesse auf der Homepage einzulesen. 

(https://www.ethikbank.de/)

 

Nach meinem letzten sehr arbeitsintensiven Aufenthalt in Kenia im März 2018, war ich im Februar 2019 in Uganda und Ruanda, um Schulen und Krankenhäuser mit der Stiftung FLY and HELP von Reiner Meutsch zu besuchen. Ich bin immer auf der Suche nach einer Möglichkeit GUTE Hilfe für Afrika von Europa aus anzubieten. Mit dem Thema Entwicklungshilfe bin ich noch nicht ganz ausgesöhnt, da die Hilfe der „reichen“ Staaten oft nicht die Hilfe darstellt, die die Afrikaner bräuchten, so kam es mir zumindest in Teilen von Kenia vor. Schulen in den ärmsten Regionen der Welt zu gründen, wie es die Stiftung FLY and HELP tut, scheint mir allerdings ein guter Ansatz zu sein. 

 

Während des Praxisalltags, der manchmal durchaus turbulent für mich ist, bestelle ich auch einfach mal im Internet. Zudem gibt es Praxisutensilien, deren Kauf mich an den Rand der Verzweiflung bringt. Haben Sie schon einmal versucht, Druckerpatronen nachhaltig zu beziehen? Ich habe dafür noch keine Lösung gefunden. Auch nicht für das Beziehen von Kindermitgabeartikel. Sollten Sie eine Idee für eine Unternehmungsgründung suchen, so produzieren Sie bitte plastikfreie und fair produzierte Kindermitgabeartikel. Nach einer intensiven Internetsuche habe ich doch die altbewährten Plastikflugzeuge in Plastikverpackung bestellt. Es fehlt einfach noch manchmal an Alternativen.

 



 

Sie sehen, wir sind als Praxis noch ganz lange nicht am Ziel, aber wir haben begonnen. Ich bin davon überzeugt, dass wir alle der Wandel sein können. Jeder in seinem kleinen Umfeld im Rahmen der eigenen Möglichkeiten.

Vergessen Sie nicht, wie mächtig Sie sind. Sie entscheiden, was produziert wird und was nicht, mit jeder Ihrer Kaufentscheidungen. Was würde wohl aus unserer schwarzen Lieblingsbrause werden, wenn sie keiner mehr kaufen würde?

 

Herzliche Grüße von Birgit Reiter